NK: Fährt der Bus bald zum Krankenhaus?

Artikel aus dem Vorpommern Kurier vom 27. Dezember 2018, Seite 13:

Von Philipp Schulz

Auch in einer eher kleineren Stadt wie Anklam ist der öffentliche Nahverkehr für viele Menschen unabdingbar. Umso überraschender scheint es, dass seit Jahren schon kein Bus mehr vor dem Ameos-Krankenhaus gehalten hat.

Anklam. Gut 1300 Meter ist die Anklamer Hospitalstraße lang. Trotzdem ist seit über zehn Jahren kein Bus mehr durch die Straße gefahren. Nur am nordöstlichen Ende, an der Ecke zur Pasewalker Allee befindet sich eine Haltestelle. Das wirkt befremdlich, denn in der Hospitalstraße befindet sich das Anklamer Ameos-Krankenhaus. Geht es nach der SPD, könnten hier jedoch bald wieder regelmäßig Busse verkehren. 

Auch der Nordkurier hat bereits Anregungen von Lesern zu dem Thema erhalten, immerhin sind die beiden nächsten Bushaltestellen zum Krankenhaus in der Linden- und der Friedländer Straße mindestens 550 Meter entfernt. Dr. Uwe Schulz (SPD) stellte bei der jüngsten Stadtvertretersitzung nun die Frage, warum es keine Bushaltestelle vor der Klinik gebe. 500 Meter mögen nicht viel wirken, können aber, vor allem für ältere Menschen, schnell zu einem Hindernis werden, wenn diese auf dem Weg zum Arzttermin sind oder in der Klinik einen Besuch machen wollen. 

Positive Signale von der AVG

Bürgermeister Michael Galander (IfA) reagierte auf die Anfrage der SPD-Fraktion positiv. Er werde die Anfrage prüfen und Kontakt zur Anklamer Verkehrsgesellschaft mbh (AVG), die für den Stadtlinienverkehr zuständig ist, aufnehmen. Eine Bushaltestelle am Krankenhaus kann aus seiner Sicht nicht das große Problem sein.Tatsächlich gab es vor Kurzem bereits einen Kontakt zwischen der AVG und der Stadtverwaltung. 

Auch von Seiten der AVG werden positive Signale gesendet. Marco Labahn ist in dem Unternehmen unter anderem für Marketing und Fahrplanung verantwortlich. Gegenüber dem Nordkurier erklärt er: „Wenn uns durch die Stadt eine Bushaltestelle vor dem Krankenhaus eingerichtet wird, können wir gerne über eine entsprechende Route reden.“ Auch gebe es bereits erste Ideen, wie man die mögliche neue Bushaltestelle in den Fahrplan integrieren könnte. „Entweder die Buslinie, die bereits die Lindenstraße anfährt, wird verlängert oder wir schauen uns noch mal den gesamten Stadtfahrplan an“, erläutert Labahn mögliche Varianten. Er gibt jedoch auch zu bedenken, dass die Bedarfsplanung mit eingerechnet werden müsse. „Wenn zwei Menschen eine Bushaltestelle wollen und nur einer den Bus nutzt, dann entstehen nur Mehrkosten.“ Anfang 2019 könnten bereits erste Ergebnisse feststehen. 

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